Corona-Proteste sind der feuchte Traum der Neoliberalen

Ich habe in meinem Bekanntenkreis leider Menschen, die die COVID-19 Pandemie verharmlosen. Einige davon haben sich jetzt den Protesten gegen die Maßnahmen zur Eindämmung dieser Pandemie angeschlossen. Ich sehe mich in der Diskussion mit ihnen immer in der Position, die Maßnahmen zu verteidigen, dabei halte ich eine kritische Betrachtung dieser tatsächlich für wichtig. Es gibt nämlich nicht nur besonders schützenswerte Personen, die unter einem ungezügelten Ausbruch dieser Pandemie leiden würden, sondern leider auch Menschen die unter den jetzt ergriffenen Maßnahmen leiden.

Ich halte nicht viel von den Protesten, weil sie sich sehr unsolidarisch mit den Menschen aus erster Gruppe zeigen (mal ganz abgesehen davon, dass sie von Rechten unterwandert werden) und ich kritisiere die Maßnahmen nicht, weil ich mich persönlich von ihnen in meinen Freiheitsrechten eingeschränkt fühle, sondern weil die Menschen die jetzt unter den Maßnahmen leiden müssen im Stich gelassen werden.

Ist es nicht komisch, dass wir in einem System leben dass uns vor die Wahl stellt unsere Lebensgrundlage zu verlieren oder uns für ein bisschen Gehalt diesem Virus auszusetzen, während milliardenschwere Unternehmen, die teilweise sogar noch mit Steuergeldern finanziert werden, ihre Angestellten in kurzarbeit schicken oder sogar entlassen?

Es werden gerade Billionen in die Wirtschaft gepumpt, während Menschen überall auf der Welt ihre Lebensgrundlage verlieren. Die Menschen sollten Rebellieren. Sie haben allen Grund dazu. Aber doch bitte nicht um wieder arbeiten und konsumieren zu dürfen, sondern für ein System das den Menschen dient. Genau jetzt wäre die Chance in uns zu gehen und zu überlegen, welche Weichen wir zu diesem Zeitpunkt für eine gerechtere und nachhaltigere Form zu wirtschaften stellen können. Denn auch wenn es gerade aus dem Fokus der öffentlichen Debatte rückt, lauert im Schatten der Pandemie noch immer der Klimawandel.

Und aus diesem Blickwinkel heraus versteht man dann auch, warum die Diskussion um die Aufhebung der Maßnahmen hierzulande von der FDP und AfD angeführt wird, oder warum ein Donald Trump oder ein Jair Bolsonaro sich solidarisch mit den Protestlern zeigen. Am liebsten wäre es ihnen wohl, wenn die Menschen darum betteln sich wieder in Lohnsklaverei begeben zu dürfen. Bereit ihr Leben für die Wirtschaft zu geben. Das ist der feuchte Traum eines*r jeden Neoliberalen.

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